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Hinterbliebene der Katyn-Opfer wollen gegen Russland klagen

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Hinterbliebene der Katyn-Opfer wollen gegen Russland klagen

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Das Massaker des sowjetischen Geheimdienstes an tausenden polnischen Soldaten in Katyn wird nun ein Nachspiel vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte haben.

70 hinterbliebene Familien kündigten an diesem Freitag in Warschau an, gegen Russland zu klagen, weil dort die Morde nie abschließend von der Justiz aufgearbeitet wurden.

Über 20.000 Soldaten, Reserveoffiziere und Polizisten waren nach dem Einmarsch der Roten Armee in Polen nach dem Hitler-Stalin-Pakt 1940 gefangengenommen und erschossen worden – in Katyn, aber auch in der Ukraine und Weißrussland, auf Befehl Stalins.

Doch erst in den neunziger Jahren, nachdem die UdsSR jahrelang den Hitlerschen Truppen die Schuld zugeschoben hatte, übergab der Rechtsnachfolger Russland an Polens Präsident Dokumente, die die Identität der wahren Täter bescheinigten. Die russische Militärstaatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen 2004 ein, ohne das Massaker als Völkermord zu bezeichnen.