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Weiter Streit zwischen den großen Palästinensergruppen

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Weiter Streit zwischen den großen Palästinensergruppen

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Der Streit zwischen den beiden großen Palästinensergruppen Hamas und Fatah geht weiter, auch nach dem Gipfeltreffen ihrer Anführer. Bewaffnete Anhänger der Fatah-Bewegung stürmten in der Stadt Gaza das Gesundheitsministerium. Es kam zum Schusswechsel mit Hamas-Leibwächtern des Ministers; mindestens drei Menschen wurden verletzt.

Schon gestern wurden bei Zusammenstößen zwischen beiden Gruppen in Gaza rund zwanzig Menschen verwundet. Es waren die schwersten derartigen Kämpfe seit der Parlamentswahl im Januar. Auch mit Worten gehen die Gegner nicht zimperlich um: Der hohe Hamas-Funktionär Chaled Meschaal warf der Fatah vor, sie wolle die Hamas-geführte Regierung stürzen. Dieser Vorwurf ging auch gegen Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, der der Fatah angehört. Abbas ist dagegen, im Gazastreifen eine neue Sicherheitstruppe aufzustellen; bisher ist die Sicherheit die Aufgabe seiner Fatah-Kämpfer. Hamas möchte jetzt aber eigene Leute damit betrauen. Spitzenvertreter beider Seiten haben sich inzwischen unter ägyptischer Vermittlung getroffen. Sie wollen jetzt die Auseinandersetzungen beenden und auf Provokationen verzichten. Bis diese Absicht aber bei den Kämpfern auf der Straße angekommen ist, scheintes noch zu dauern. In der Stadt Jenin im Westjordanland demonstrierten heute einige tausend Fatah-Mitglieder. Sie schossen in die Luft und forderten von Meschaal eine Entschuldigung. Zumindest blieb ihr Protest diesmal friedlich.