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Vatikan prüft Gebrauch von Kondomen in Ausnahmefällen

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Vatikan prüft Gebrauch von Kondomen in Ausnahmefällen

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Ein altes, aber sehr umstrittenes Thema beschäftigt den Vatikan jetzt neu: der Gebrauch von Kondomen. Ein Auftrag des Papstes ging dazu jetzt an Javier Lozano Barragan; der Kardinal ist sozusagen der Gesundheitsminister des Vatikans. Er soll eine spezielle Frage untersuchen: Dürfen Menschen mit ernsten Krankheiten wie Aids vielleicht doch aus theologischer Sicht Kondome nutzen, zumindest in der Ehe?

Ein Kardinal im Ruhestand, Carlo Maria Martini, hat erst vor ein paar Tagen erklärt, mit Blick auf die Ausbreitung von Aids seien Kondome in der Ehe das kleinere Übel. Das sei aber noch kein Grund für die Kirche, für die Verwendung von Kondomen zu werben. Er forderte den Vatikan auf, seine Haltung zu ändern. Bei den Betroffenen ist man zuerst einmal skeptisch: Man würde vom Papst ein Zeichen der Reife erwarten, sagt ein Sprecher des italienischen Schwulenverbandes Arcigay; das sei natürlich schwer denkbar, unter den Bedingungen und Beschränkungen der Kirche. Ratzinger habe sich zudem als einer der konservativsten Päpste ausgezeichnet. Bisher lehnt die katholische Kirche den Gebrauch von Kondomen für Aids-Kranke oder HIV-Infizierte auch in der Ehe strikt ab. Stattdessen empfiehlt sie als Mittel gegen die Ausbreitung eheliche Treue und Enthaltsamkeit. Der Gebrauch von Kondomen fördere die Ausbreitung nur.