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Erste Festnahmen nach Anschlägen von Dahab

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Erste Festnahmen nach Anschlägen von Dahab

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Nach den Bombenanschlägen im ägyptischen Dahab sind zehn Verdächtige festgenommen worden. Sie wurden offenbar gefasst, als sie den Ort verlassen wollten. Alle Festgenommenen sollen Ägypter sein; weitere Einzelheiten nannten die Behörden nicht.

In Dahab selbst ist noch immer überall Blut, liegen Scherben und Trümmer: Die Strandpromenade des Badeortes bietet ein entsetzliches Bild. Am Strand und sogar im Wasser finden die Einsatzkräfte nach wie vor Leichenteile sowie Gegenstände, die den Opfern gehört haben. Nach letzten Angaben sind achtzehn Menschen tot, darunter ein Schweizer und ein zehnjähriger Junge aus Deutschland. Dessen Mutter und ihr Freund liegen verletzt im Krankenhaus. Eine Schweizerin aus Zürich wurde ebenfalls verwundet; sie sollte am Abend nach Hause fliegen. Über österreichische Opfer ist nichts bekannt. Ob es Selbstmordanschläge waren, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen. Ungeklärt ist auch ein Zusammenhang mit ähnlichen schweren Anschlägen, wie 2004 in Taba und letztes Jahr in Scharm el Scheich. Der kleine Badeort Dahab auf der Sinai-Halbinsel ist besonders bei Tauchern sehr beliebt. Er bietet außerdem preiswerte Unterkünfte für Rucksacktouristen. Hier herrschte gerade Hochbetrieb, weil die Ägypter durch zwei Feiertage ein langes Wochenende haben. Viele wollen sich das auch nicht verderben lassen: Die ersten Läden haben schon wieder geöffnet; der Großteil der Touristen ist trotz der Bomben geblieben, anders als noch in Scharm el Scheich. Einwohner von Dahab demonstrierten heute zusammen mit Urlaubern gegen den Terror. Viele der verletzten Urlauber werden jetzt nach und nach ausgeflogen. Dazu wurden sie zum Flughafen von Scharm el Scheich gebracht, achtzig Kilometer entfernt von Dahab. Von dort aus flogen manche nach Hause; andere, die noch weiter behandelt werden mussten, wurden mit einer Militärmaschine nach Kairo geflogen – das Krankenhaus von Scharm el Scheich war überlastet. Von den Verletzten abgesehen wollen allerdings bisher nur wenige Touristen Dahab oder die Gegend verlassen – auch wenn einige noch sehr nachdenklich sind: Ein australischer Tourist sagt, das alles sei furchtbar. Im Moment sei er sich noch nicht sicher, was er tun werde. Ein Mann aus Schottland meint, er versuche das Beste daraus zu machen; aber er wisse wirklich nicht, ob er bleiben werde oder abreisen. Bisher sind die Reaktionen unter den Urlaubern aber weitaus schwächer als noch letztes Jahr, nach dem schweren Anschlag von Scharm el Scheich. Die großen Reiseveranstalter melden nur sehr wenige Rückreisewillige. Die Auswirkungen auf den ägyptischen Tourismus insgesamt müssen sich aber erst noch zeigen.