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Tschernobyl - das ist für Millionen Menschen in aller Welt das Synonym für Katastrophe schlechthin.

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Tschernobyl - das ist für Millionen Menschen in aller Welt das Synonym für Katastrophe schlechthin.

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Aber die Meinungen, welche Lehren man daraus ziehen sollte, sind so unterschiedlich wie die Interessen.

Die arme Ukraine braucht Energie.
Sie ist abhängig von Energielieferungen eines mächtigen Nachbarn, wie gerade erst der Gasstreit mit Russland gezeigt hat.

Mit genau diesem Argument bezeichnet Andrei Nowikow, der heutige Direktor des Kraftwerks von Tschernobyl, Kernkraft als die beste Ernergiequelle für die Ukraine.

Eben deshalb waren nach Super-Gau und ersten Aufräumarbeiten die drei noch funktionstüchtigen Kraftwerksblöcke wieder hochgefahren worden.

14 Jahre lang lieferte Tschernobyl noch Strom, ehe u.a. auf Druck und mit dem Geld der EU das Unglücks-Kraftwerk endgültig abgeschaltet wurde.

Das bis heute aktuelle Problem ist der sogenannte “Sarkophag” über dem explodierten Block vier.
Er zeigt Risse, muss ständig kontrolliert und abgedichtet werden.
Nicolas Guminjuk hat Kollegen sterben sehen, mit denen er am Sarkophag gearbeitet hatte.
Auch er spricht von verbesserten Sicherheitsmaßnahmen, wonach nun nichts mehr passieren könne.
Selbst wenn wieder Probleme auftreten würden, gebe es jetzt kein Risiko mehr!

Die internationale Gemeinschaft möchte trotzdem auf Nummer sicher gehen und zahlt lieber weitere 720 Millionen euro für einen zweiten Sarkophag, der über den ersten gestülpt werden soll.
Geschätze Haltbarkeit: zwischen 30 und hundert Jahre.
Kraftwerksdirektor Nowikow
greift auf den bekannten Vergleich mit den Verkehrstoten zurück, die auch niemanden vom Autofahren abhalten.
Er meint, unsere Zivilisation sei bereit, das atomare Risiko zu tragen