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Großbrtannien: Bei Labour häufen sich die Skandale...

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Großbrtannien: Bei Labour häufen sich die Skandale...

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Schwere Zeiten für Tony Blair: Kurz vor den Kommunalwahlen häufen sich die Skandale in der britischen Labour-Partei. Vor allem der 26. April war so etwas wie ein schwarzer Mittwoch für den Premierminister: Der Innenminister bot seinen Rücktritt an, Blairs Vize gestand eine Affäre mit einer Sekretärin und im Gesundheitswesen gärt es. Nur die Opposition ist erfreut. “Das ist die Arroganz der Labour-Regierung”, so Liberaldemokrat Norman Baker, “die das Schicksal der Tories in den Neunzigern widerspiegelt. In der Regierung herrscht Endzeitstimmung. Sie scheinen das nicht in Ordnung bringen zu können – aber dann wird der Wähler das tun.”

Da ist zunächst die Affäre von Vize-Premierminister John Prescott mit einer Sekretärin. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung Prescotts hieß es, er bedauere die Sache und habe das Verhältnis seit einiger Zeit beendet – ein gefundenes Fressen für die britische Presse. Innenminister Charles Clarke geriet wegen eines Justizskandals um versäumte Abschiebungen straffälliger Ausländer in die Bredouille. Ein Rücktrittsangebot Clarkes lehnte Blair ab. Bei der Parlamentsdebatte entschuldigte sich Clarke für das Versagen seines Ministeriums – und Tony Blair wies alle Vorwürfe der Opposition zurück. Und schließlich macht Gesundheitsministerin Patricia Hewitt Blair das Leben schwer: Obwohl rund 13.000 Pfleger und andere Angestellte aus Kostengründen entlassen werden sollen, erklärte sie, dem britischen Gesundheitsdienst sei es noch nie so gut gegangen wie jetzt – und sorgte damit für Unmut bei den Betroffenen. Dabei kämpft Labour ohnehin mit einem Umfragetief: Die Partei liegt derzeit auf dem schlechtesten Stand seit 1987.