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Weißrussland: Gedenken an Tschernobyl und Protest gegen Präsidenten

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Weißrussland: Gedenken an Tschernobyl und Protest gegen Präsidenten

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Zwanzig Jahre nach Tschernobyl haben in der weißrussischen Hauptstadt Minsk rund zehntausend Anhänger der Opposition demonstriert. Die Kundgebung war genehmigt, wurde aber von der Polizei aufmerksam beobachtet. Zuvor hatten die Sicherheitskräfte den Oktoberplatz abgeriegelt, wo im März die Proteste gegen die Präsidentenwahl stattfanden.

Die Demonstranten verlangten vor allem eine bessere medizinische Versorgung für die Strahlenopfer. Ihr Protest richtete sich aber auch allgemein gegen die Politik von Präsident Alexander Lukaschenko. Seit Jahren nutzt die Opposition den Tschernobyl-Jahrestag auch dafür. In der Menge war auch Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch. Er rief den Menschen zu: “Wir wissen, was wir tun müssen. Wir müssen keine fünf Jahre warten; wir werden das Regime beseitigen und Lukaschenko entmachten. Das ist unser Ziel!” Auch eine eigens errichtete Kirche war Schauplatz des Gedenkens; auch dort versammelten sich viele Menschen zur Erinnerung und zur Trauer. Tschernobyl liegt gleich hinter der Grenze zur Ukraine. Weißrussland ist das Land, das von der Strahlung am stärksten betroffen ist. Ein Fünftel des Landes ist radioaktiv verseucht.