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Weißrusslands Oppositionsführer zu Haftstrafe verurteilt

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Weißrusslands Oppositionsführer zu Haftstrafe verurteilt

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Hinter Gittern, aber guter Dinge: Der weißrussische Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch muss nun doch ins Gefängnis, wenige Stunden nach seiner Rede auf einer Kundgebung gegen Präsident Alexander Lukaschenko. Er solle an einer ungesetzlichen Versammlung teilgenommen haben, erzählt er den Journalisten vor dem Gerichtsgebäude; aber die Versammlung sei legal gewesen, und die Polizei habe über Lautsprecher auch nichts anderes gesagt.

Das sahen die Richter anders und urteilten schnell: Fünfzehn Tage wird Milinkewitsch nun im Gefängnis verbringen. Dort sitzt wegen eines anderen Vorwurfs auch schon der zweite Oppositionspolitiker, der bei der umstrittenen Präsidentenwahl im März gegen Lukaschenko angetreten war. Bei der Kundgebung am Mittwoch hatten Tausende Menschen an den Reaktorunfall von Tschernobyl vor zwanzig Jahren erinnert. Traditionell nutzt die Opposition diese Versammlungen aber auch für ihre Forderungen. Milinkewitsch kritisierte dort Lukaschenkos Regierung und sprach von einem politischen Tschernobyl. Die Europäische Union kritisierte die Verurteilungen; die Verhafteten seien wegen ihrer Meinung verurteilt und müssten sofort freigelassen werden.