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Kirgisien: Großdemonstration gegen Präsident Bakijew

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Kirgisien: Großdemonstration gegen Präsident Bakijew

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Rund 10.000 Oppositionsanhänger haben am Samstag in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek gegen Staatspräsident Kurmanbek Bakijew demonstriert. Zu den Protesten hatte ein Mehr-Parteien-Bündnis unter Führung der Sozialdemokraten aufgerufen. Mit Parolen wie “Nieder mit der Korruption, nieder mit der Kriminalität”, marschierten die Menschen durch die Straßen. Vor gut einem Jahr war Bakijew an die Macht gekommen, nachdem der langjährige Präsident Akajew durch Massenproteste gestürzt worden war. Nun fordert die Opposition, dass die neue Regierung endlich die versprochenen demokratischen Reformen umsetzt. “Die korrupte ehemalige Regierung ist nach wie vor intakt”, beklagt ein Vertreter der Opposition. “Wir wollen ein autoritäres Regime durch ein demokratisches ersetzen.”

Viele Kirgisen sind enttäuscht, weil der wirtschaftliche Aufschwung auch nach dem Machtwechsel ausgeblieben ist. Präsident Bakijew selbst verweist allerdings auf seine verhältnismäßig kurze Amtszeit. Es sei unmöglich, in einem Jahr alle Strukturen zu verändern, die in 15 Jahren aufgebaut worden seien, sagte er bei einem Auftritt vor den Demonstranten. Am 8. April hatte die Opposition bei einer Kundgebung ihre Forderungen konkretisiert: Sie verlangt eine Verfassungsreform, die Bekämpfung der organisierten Kriminalität sowie der Korruption und eine Reform der Rechtsschutzorgane.