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Beratungen über bolivianische Verstaatlichungen

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Beratungen über bolivianische Verstaatlichungen

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Im argentinischen Puerto Iguazu sind die Präsidenten Brasiliens, Boliviens, Venezuelas und Argentiniens zusammengekommen, um über die die Folgen der Verstaatlichung des Erdöl- und Energiesektors in Bolivien zu beraten. Boliviens linksgerichteter Präsident Evo Morales hatte am 1. Mai angekündigt, dass künftig die gesamte Produktion unter staatlicher Kontrolle stehe.

Zugleich besetzten Militär und Polizei landesweit Anlagen der Erdöl- und Erdgas-Industrie. Auch hatte Morales weitere Verstaatlichungen angekündigt. Als nächstes seien die Bergbaubranche und die Forstwirtschaft an der Reihe, sagte er. Betroffen von der Verstaatlichung sind vor allem ausländische Erdölgesellschaften, wie die spanisch-argentinische Repsol oder die staatliche brasilianische Petrobas.

Petrobas-Chef Jose Sergio Gabrielli kündigte einen Investitions-Stop in Bolivien an. Auch der Ausbau einer Gas-Pipeline in das benachbarte Andenland werde ausgesetzt. Brasilien ist der größte Abnehmer von bolivianischem Gas. Morales kündigte an, dass in den kommenden 180 Tagen über die Vergabe neuer Lizenzen in Bolivien entschieden werde. Bis dahin hätten ausländische Unternehmen Zeit, sich anzupassen oder das Land zu verlassen.