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Unterschiedliche Reaktionen auf Moussaouis Urteil

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Unterschiedliche Reaktionen auf Moussaouis Urteil

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Am Rande eines Treffens mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte der amerikanische Präsident George W. Bush den Urteilsspruch: “Herrn Moussaoui wurde ein fairer Prozess gemacht. Die Geschworenen verurteilten ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Damit verschonten sie sein Leben, was er im Gegenzug amerikanischen Bürgern nicht gewehren würde. Es ist nach wie vor wichtig für die Vereinigten Staaten, diese Täter weiter zu verfolgen und ihnen den Prozess zu machen.”

Zuvor hatte die US-Regierung die Todesstrafe gefordert und sich auf Moussaoui als einzig greifbaren Verantwortlichen für den 11. September konzentriert. Für die Geschworenen war er jedoch nicht verantwortlich für den Tod von 3000 Menschen, die durch die Terroranschläge starben.

Laut Rechts-Experte Jonathan Turley hätte Moussaouis Verhalten nicht die Todesstrafe gerechtfertigt. Wenn die Regierung mit ihrer Forderung Erfolg gehabt hätte, könne die Höchststrafe auch bei geringfügigeren Delikten verhängt werden. Für die Regierung könne jemand durch Unterlassung der Aussage zum Tode verurteilt werden, weil er über ein mögliches Verbrechen keine Angaben mache. Moussaoui war kurz vor den Anschlägen vom 11. September festgenommen worden. Eigenen Aussagen zufolge hätte er als 5. Todespilot ein Flugzeug ins Weiße Haus steuern sollen.