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Auftakt für Präsidentenwahl in Italien

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Auftakt für Präsidentenwahl in Italien

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In Italien hat die Wahl eines neuen Staatspräsidenten begonnen. Für das Amt kandidiert der 80-jährige Senator Giorgio Napolitano. Er wurde vom Mitte-Links-Lager des künftigen Ministerpräsidenten Romano Prodi aufgestellt.

Napolitano würde Carlo Azegli Ciampi ablösen, dessen Amtszeit in wenigen Tagen endet. Er war allerdings früher Kommunist und ist Mitglied der Nachfolgepartei, der Linksdemokraten. Das Gegenlager um den noch amtierenden Regierungschef Silvio Berlusconi lehnt ihn deshalb ab. Damit ist seine Wahl wahrscheinlich erst in einem vierten Wahlgang am Mittwoch möglich. Dann reicht eine absolute Mehrheit; vorher wären zwei Drittel nötig. Gewählt wird er von etwas mehr als tausend Frauen und Männern: Es sind die Abgeordneten der beiden Parlamentskammern und Vertreter der italienischen Regionen. Zunächst sollte Massimo D’Alema kandidieren; er ist aber sogar Chef der Linksdemokraten und traf auf noch viel schärfere Ablehnung. Mit seinem Parteifreund Napolitano wäre er aber zufrieden: “Man hat uns gebeten, jemanden mit Erfahrung in den Institutionen vorzuschlagen,” sagt er; “ Giorgio Napolitano hat das ohne Zweifel in hohem Maß. Er ist Senator auf Lebenszeit, er war Präsident der Abgeordnetenkammer. Wir erwarten für ihn auch die Stimmen des Mitte-Rechts-Lagers, aus Reife und Zusammenhalt. Das ist alles.” Italiens Präsident hat wenig Macht: Er vergibt aber den Auftrag zur Regierungsbildung; erst nach seiner Wahl kann dann auch der Machtwechsel von Berlusconi zu Prodi vonstatten gehen – inzwischen einen Monat nach der Parlamentswahl.