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Regierungskrise in Großbritannien spitzt sich zu

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Regierungskrise in Großbritannien spitzt sich zu

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Tony Blairs Tage als britischer Premierminister sind offenbar gezählt. Am Montag muss sich der Regierungchef zunächst kritischen Fragen der Presse stellen. Bei einem Treffen der Labour-Parlamentarier am Abend wird wohl auch deren ultimative Forderung nach einem Zeitplan für Blairs Rücktritt angesprochen.

Für die Opposition ist die Labour-Krise freilich ein gefundenes Fressen. Der konservative Abgeordnete George Osbourne meint, wenn die Partei sich intern nicht einigen könne, könne sie auch kein Land regieren. Noch hat Tony Blair aber auch Verteidiger in den eigenen Reihen – etwa den neuen Innenminister John Reid. “Blairs Rückzug würde das Ende der Reformprogramme und die Rückkehr zum alten Trott bedeuten”, sagte Reid, “und das wäre eine Katastrophe für die Partei.” Schatzkanzler Gordon Brown, der potentielle Nachfolger Blairs, hält sich indessen auffallend zurück. In einem Interview bekräftigte er nur seine Forderung nach einer grundlegenden Erneuerung der Partei. Kommentatoren vermuten allerdings ihn hinter jenem Brief, in dem mehrere Labour-Abgeordnete einen Termin für Blairs Abgang fordern. Die jüngste Regierungsumbildung hat die Krise jedenfalls nicht beendet – und es ist fraglich, wie lang Blair noch in der Downing Street 10 residieren kann.