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200.000 Kleinanleger in Spanien von Betrugsskandal betroffen

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200.000 Kleinanleger in Spanien von Betrugsskandal betroffen

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In einem Betrugsskandal hat die spanische Polizei die Büros von zwei großenBriefmarkenhändlern durchsucht. Sie sollen rund zweihunderttausend Kleinanleger um ihr Geld geprellt haben. Außerdem untersuchen die Ermittler mögliche Steuervergehen, Geldwäsche und Urkundenfälschung. Weitere Büros und Wohnungen in Madrid und drei anderen Städten wurden ebenfalls durchsucht; sechs Menschen wurden festgenommen.

Nach Angaben der Ermittler haben die beiden Firmen, Afinsa und Forum Filatélico, den Anlegern sechs Prozent Zinsen versprochen. Diese zahlten Summen ab etwa dreihundert Euro ein für Briefmarken, die sie aber nie zu Gesicht bekamen. Diese Anlagegeschäfte funktionierten nach Ansicht der Ermittler wie so genannte Pyramidenspiele – die Gewinne finanzierten sich aus den Beiträgen ständig neuer Anleger. Viel Geld habe er investiert, sagt dieser Mann; er spricht von mehr als hunderttausend Euro. Vor den beiden Firmen in Madrid versammelten sich viele Menschen, die befürchten, ihr Geld nicht wiederzubekommen. Etliche versuchten auch, die Geldanlagen rückgängig zu machen; beide Unternehmen lehnen das aber ab und bestreiten die Vorwürfe. Die beiden Firmen sind seit langem und gut im Geschäft: Forum Filatélico gehört sogar zu den hundert größten spanischen Firmen, mit mehr als zweihunderttausend Kunden, fast 1500 Mitarbeitern und 140 Filialen in ganz Spanien. Afinsa handelt nicht nur mit Briefmarken, sondern auch mit Münzen, Kunst und Antiquitäten. Die Firma hat rund 140 000 Kunden, die sie inzwischen aufgerufen hat, Ruhe zu bewahren.