Eilmeldung

Eilmeldung

Hintergrund für die Reform: 5 Millionen Spanier halten sich mit unsicheren Jobs über Wasser

Sie lesen gerade:

Hintergrund für die Reform: 5 Millionen Spanier halten sich mit unsicheren Jobs über Wasser

Schriftgrösse Aa Aa

34 Prozent der Arbeitsverträge sind Zeitverträge – damit liegt Spanien weit über dem europäischen Durchschnitt von 15 Prozent. Die Reform enthält die typische Mischung von Zuckerbrot und Peitsche.

Als Zuckerbrot wird Unternehmern angeboten, bis zu drei Jahre 800 Euro pro Jahr weniger an Sozialleistungen zu zahlen, wenn sie bis Ende 2006 einen befristeten Arbeitsvertrag in einen unbefristeten umwandeln.

Die nächste Massnahme richtet sich an die vielen Arbeitnehmer, die in der selben Firma dieselbe Arbeit schon mit zwei oder mehr Zeitverträgen hintereinander machen.

Wer also innerhalb einer Periode von 30 Monaten mehr als 24 Monate im selben Unternehmen auf demselben Posten gearbeitet hat, dessen Zeitvertrag soll automatisch in einen unbefristeten umgewandelt werden.

Außerdem will die Regierung durch zum Teil erhebliche Senkungen der Sozialabgaben Unternehmen ermutigen, überhaupt einzustellen.
Zwischen 500 und 3.200 Euro sollen Unternehmen im Verlauf von vier Jahren sparen können, wenn sie folgende Personengruppen einstellen: Frauen, Jugendliche unter 30 Jahren, Behinderte oder Arbeitnehmer über 45 Jahre.

Die stellvertretende Regierungschefin Teresa Fernandez de la Vega spricht von zu erhöhender Stabilität im Arbeitsleben, womit man das Abrutschen der Menschen in Notlagen verhindern wolle – und gleichzeitig den eigenen Arbeitsmarkt flexibler gestalten.

Von Zuckerbrot und Peitsche war am Anfang die Rede: Die Peitsche – das ist der gelockerte Kündigungsschutz. Bei Entlassungen brauchen die Unternehmen nur noch 33 statt bisher 45 Tagessätze als Entschädigung zu zahlen.