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Kabelnetzbetreiber NTL streicht 6000 Stellen - Analysten skeptisch

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Kabelnetzbetreiber NTL streicht 6000 Stellen - Analysten skeptisch

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Der britische Kabelnetzbetreiber NTL will bis Ende 2007 etwa 6000 Arbeitsplätze abbauen.

Diese Maßnahme steht im Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Fusion mit dem Mitbewerber Telewest.

Wie NTL mitteilte, sollen vor allem Verwaltungsstellen gestrichen werden.

Viele Aufgaben würden künftig von externen Firmen wahrgenommen, hieß es.

Die Kürzung wurde von Branchenkennern mit Skepsis aufgenommen.

Die Stellenstreichung sei drastisch, meint Analyst Angel Dobardziez. Betroffen sei ein Drittel der Gesamtbelegschaft.

“Damit ist eine kritische Masse erreicht, die den Kundendienst NTLs nicht verbessern, sondern eher noch verschlechtern dürfte.”

Dennoch muss NTL den Rotstift ansetzen: Bei einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro und zwölf Millionen Kunden machte das Unternehmen 2005 einen Verlust von mehr als 350 Millionen Euro.

Die Schulden belaufen sich auf 3,3 Milliarden Euro.

Um attraktiver zu werden, plant NTL die Übernahme von Richard Bransons Mobilfunkfirma Virgin Mobile.

Der Erfolgsmarkenname Virgin soll dabei beibehalten werden.

Entsprechende Lizenz-Gespräche mit Branson sind im Gange.

Mit der Übernahme von Virgin Mobile könnte NTL nach Meinung von Chris Williams von uSwitch einen Ausweg aus der Krise gefunden haben.

“Den Kunden könnten nun zusätzlich zu Festnetz, Fernsehen und Internet nun auch Mobilfunk angeboten werden. Außerdem profitiert NTL vom guten Virgin-Kundendienst.”

Und beim Kundendienst habe NTL noch den größten Nachholbedarf, so sagen Experten.

Tatsächlich genießt das Unternehmen hier den schlechtesten Ruf der Branche.