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Giorgio Napolitano zum neuen Staatspräsidenten Italiens gewählt

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Giorgio Napolitano zum neuen Staatspräsidenten Italiens gewählt

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Neuer Staatspräsident Italiens wird Giorgio Napolitano: Nachdem der Kandidat des Mitte-Links-Bündnisses in den ersten drei Wahlgängen die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt hatte, genügte ihm in der vierten Runde die absolute Mehrheit. Stimmberechtigt waren 1009 Abgeordnete, Senatoren und Vertreter der Regionen. Die Präsidenten der beiden Parlamentskammern gratulierten dem Senator auf Lebenszeit zu seiner Wahl. Als die absolute Mehrheit von 505 Stimmen erreicht war, gab es noch während der Auszählung anhaltenden Applaus. Napolitano erhielt schließlich 543 Stimmen; offenbar votierten auch mehrere Politiker aus Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis für ihn, doch die meisten von ihnen gaben leere Stimmzettel ab. Die Wahl Napolitanos gilt vor allem als großer Erfolg für den designierten Ministerpräsidenten Romano Prodi, der damit den eigenen Kandidaten mit der Unterstützung seiner gesamten Koalition durchsetzen konnte. Und nur der neue Präsident kann Prodi den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen. Napolitano soll das Präsidentenamt am kommenden Montag übernehmen. Prodi bekundete nach der Wahl seine Zufriedenheit mit dem Ergebnis, fügte jedoch hinzu, dass Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis eine Chance verpasst habe, sich anzuschließen. Napolitano werde der Präsident aller Italiener sein. Berlusconi, der im April die Parlamentswahl gegen Prodi verloren hatte, gratulierte Napolitano und erklärte, er hoffe auf die Unparteilichkeit des neuen Staatschefs. Zugleich bekräftigte er seine Kritik an der Auswahl des Kandidaten und warf der Linken vor, alle Staatsämter zu besetzen und dabei die andere Hälfte des Landes außer Acht zu lassen. Und Berlusconi wiederholte seine Auffassung, dass es bei den Parlamentswahlen Unregelmäßigkeiten gegeben habe, so dass das Ergebnis den Volkswillen nicht korrekt wiedergebe.