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Britische Regierung verliert Rechtsstreit gegen Flugzeugentführer


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Britische Regierung verliert Rechtsstreit gegen Flugzeugentführer

In einem außergewöhnlichen Rechtsstreit haben neun afghanische Flugzeugentführer gegen die britische Regierung gewonnen. Der Oberste Gerichtshof sprach den Frauen und Männern vom Hindukusch ein dauerhaftes Bleiberecht als Flüchtlingen zu. Die Afghanen hatten im Februar 2000 eine Boing 727 gekapert und den Piloten gezwungen nach London zu fliegen. Dort drohten die Entführer die Maschine zu sprengen, sollten sie nicht Asyl beantragen dürfen. Sie hätten keine andere Möglichkeit gesehen, vor dem Taliban-Regime zu fliehen, so die Kidnapper. Mehrere Innenminister hatten es abgelehnt, ihnen Flüchtlinkstatus zu gewähren, weil dies Nachahmetäterermuntern würde.

Premierminister Tony Blair zeigte sich über das nun gefällt Gerichtsurteil entsetzt. Es dürfe nicht sein, so Blair, dass es nicht möglich sei, ausländische Straftäter abzuschieben. Mit der geplanten Abschiebung habe die regierung nicht gegen geltendes Recht verstoßen, dafür sei nun aber gegen den gesunden Menschenverstand verstoßen worden. Die Afghanen waren 2001 wegen der Flugzeugentführung verurteilt worden. Das Urteil wurde zwei Jahre später aufgehoben. Die Abschiebung konnten die Freigesprochenen unter Hinweis darauf verhindern, dass in Afghanistan ihr Leben bedroht sei. Der Prozess kostete dem britischen Steuerzahler umgerechnet mehr als 14 Millionen Euro.
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