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Justizpanne nach Madrider Anschlägen von 2004

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Justizpanne nach Madrider Anschlägen von 2004

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Ein Verdächtiger der Anschläge von Madrid 2004 ist wieder auf freiem Fuß. Ermittlungsrichter und Staatsanwältin hatten übersehen, dass der Mann seit zwei Jahren in Untersuchungshaft saß. Weil sie keine Verlängerung beantragten, musste er jetzt freigelassen werden, wenn auch unter Auflagen. So muss er sich zweimal täglich bei der Polizei melden, und ihm wurde der Pass abgenommen.

Die Vorsitzende der Opfervereinigung fordert Konsequenzen: Wenn jemand nicht wisse, wann Angeklagte festgenommen wurden, müsse er dafür verantwortlich gemacht werden. Bei den Anschlägen vom 11. März 2004 waren in vier Pendlerzügen Bomben explodiert. Fast zweihundert Menschen starben. Der jetzt Freigelassene ist einer von 29 Angeklagten. Er soll die islamistischen Attentäter unterstützt haben. Der Prozess beginnt wahrscheinlich im nächsten Frühjahr. Der gleiche Ermittlungsrichter war schon vor ein paar Monaten in den Schlagzeilen. Damals kamen mutmaßliche Drogenhändler frei, weil in seinem Büro Beweismaterial verloren gegangen war.