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Lateinamerika rückt nach links

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Lateinamerika rückt nach links

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Der unruguayische Präsident Tabare Vazquez führte in den 70er Jahren die linke “Frente Amplio”,
die Chilenische Präsidentin Michelle Bachelet sass in Pinochets Kerker und studierte dann als Emigrantin den “real existierenden Sozialismus” in der DDR, in Bolivien hat eben der Koka-Bauer Evo Morales das Präsidentenamt übernommen – Lateinamerika ist nach links gerückt.

Demnächst wird gewählt in Mexiko, Equador und Nikaragua, wo übrigends ein moderater gewordener Daniel Ortega an die Macht zurückkehren könnte.

Gegen die immer noch schlechten Verhältnisse in Lateinamerika wird nicht mehr geputscht – die Revolution erfolgt per Stimmzettel. Diese neue lateinamerikanische Linke ist keineswegs homogen.
Da gibt es die reformorientierten Pragmatiker wie die Arbeiterpartei des Brasilianers Lula oder die Sozialisten des Chilenin Bachelet.

Die sind keineswegs begeistert von großen populistischen Coup ihres neuen bolivianischen Kollegen Morales, der gerade die Öl- und Gasförderung verstaatlicht.

Das lässt nämlich bei ihnen zu Hause die Preise für jeden Haushalt steigen. Sie würden schon gern enger mit der EU zusammenarbeiten.

Reiner Pragmatismus treibt in Uruguay Präsident Vazquez dazu, mit den USA in aller Stille über ein Freihandelsabkommen zu verhandeln und dafür möglicherweise den lateinamerikanischen Handelsverbund Mercosur zu verlassen.

Auch dies zeigt, wie schnell sich die Dinge auf dem Riesenmarkt mit 500 Millionen Menschen bewegen:
Beim alten Fidel Castro auf Kuba trafen sich Hugo Chavez aus Venezuela und Evo Morales aus Bolivien.

Morales schwärmte vom Treffen der drei Generationen, der drei Revolutionen. Chavez schlug bei dieser Gelegenheit vor, einen vereinten Energiemarkt zu schaffen zur Abwehr der Us-amerikanischen Hegomonie.