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Neue Hoffnung mit neuem libyschen Aids-Prozess

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Neue Hoffnung mit neuem libyschen Aids-Prozess

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Libyen rollt den Aids-Schauprozess neu auf. Ab heute stehen fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt in der libyschen Hauptstadt Tripolis wieder vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, während ihrer Arbeit in einem Krankenhaus in Bengasi mehr als 400 Kinder absichtlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben. Mindestens 51 davon sind inzwischen gestorben.

Bulgarien und seine westlichen Verbündeten wie die USA und die Europäische Union hatten immer wieder auf die Unschuld der Krankenschwestern gepocht. Im letzten Jahr forderte die EU-Außenkommissarin, Benita Ferrero-Waldner, bei einem Besuch in Libyen die Freilassung der Angeklagten. Der Grund: Spätere Untersuchungen durch den Mitentdecker des Aids-Virus hatten ergeben, dass die betroffenen Kinder vermutlich schon infiziert waren, bevor die Krankenschwestern in Bengasi arbeiteten. Als Bulgarien sich bereit erklärte einen Entschädigungsfond einzurichten, hob der oberste libysche Gerichtshof die zuvor verhängten Todesurteile wieder auf. Die Familien der infizierten fordern allerdings angeblich eine Entschädigungssumme, die dem Betrag entspricht, den Libyen an die Hinterbliebenen des Lockerbie-Attentates gezahlt hat.