Eilmeldung

Eilmeldung

Kirchenvertreter erfreut über Einlenken der russisch-orthodoxen Exilkirche

Sie lesen gerade:

Kirchenvertreter erfreut über Einlenken der russisch-orthodoxen Exilkirche

Schriftgrösse Aa Aa

Die Bereitschaft der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland, den Patriarchen in Moskau als Oberhaupt anzuerkennen, stößt durchwegs auf Zustimmung. Auf einer Synode in San Francisco hatten die Delegierten eine entsprechenden Resolution gebilligt. Damit ist nach mehr als 80 Jahren der Spaltung eine Einigung zwischen der russisch-orthodoxen und der Exilkirche in greifbare Nähe gerückt. Verhandlungsführer Pater Alexander Lebedew zeigte sich über das Ergebnis erfreut. Diese Entscheidung beweise, dass die Zeiten einer eigenen und völlig abgeschnittenen “Russisch-orthodoxen Kirche im Ausland” nun vorüber seien, sagte er im Anschluss an die Beratungen.

135 Delegierte hatten in San Francisco die Wiedervereinigung mit dem Moskauer Patriarchat diskutiert. Die administrative Trennung der beiden Kirchen soll allerdings aufrecht bleiben. Kommende Woche müssen die 12 Bischöfe die Resolution absegnen. Auch in Moskau herrscht Zufriedenheit. “Das ist eine wichtige Entwicklung”, so Pater Nikolai Balashov, “für die orthodoxen Kirchen weltweit, aber vor allem für ihre Mitglieder. Denn nun wird die russische Bevölkerung wieder vereint, nachdem sie von Revolution und Bürgerkrieg auseinander gerissen wurde. Es ist ein spirituelles Zeichen, dass diese Trennung nun ein Ende hat.” Rund 500.000 Gläubige aus mehr als 30 Ländern sind in der Russisch-orthodoxen Kirche im Ausland vereint. Das Verhältnis zum Moskauer Patriarchat war bislanggespannt. Vertreter der Auslandskirche warfen dem derzeitigen Patriarchen Alexi etwa vor, enge Verbindungen zum KGB zu unterhalten. Die Spaltung innerhalb der Russisch-orthodoxen Kirche besteht seit der Kommunistischen Revolution. Danach hatte die Exilirche den Moskauer Patriarchen immer wieder beschuldigt, ein bloßer Handlanger des Staates zu sein.