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Tiflis sieht politische Motive für Wein- und Wasserverbot

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Tiflis sieht politische Motive für Wein- und Wasserverbot

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Das russische Embargo von georgischem Wein und Mineralwasser sorgt für weitere Proteste. Vor Russlands Botschaft in Tiflis bauten Demonstranten eine Toilette auf und schütteten im Gegenzug russischen Wodka hinein.

Proteste gab es auch in Moskau – dort tranken Regimegegner demonstrativ das verbotene georgische Mineralwasser, bevor sie von der Polizei verhaftet wurden. Offiziell heißt es von russischen Behörden, der Mineralgehalt mehrerer Proben habe nicht den geltenden Normen entsprochen. Die Demonstranten sowie georgische Politiker sehen hinter den Embargos jedoch politische Gründe. Aus georgischen Regierungskreisen verlautete, mit dem Importverbot soll das Land für seine Westorientierung bestraft werden. Gestern hatte das Parlament in Tiflis eine Resolution angenommen, die einen NATO-Beitritt Georgiens ab 2008 vorsieht. Das Embargo trifft die georgische Wirtschaft hart. Das Land exportiert 85% seines Weines, Russland ist der wichtigste Markt. Zunächst hatten die russischen Behörden im März das Importverbot für Wein aus Georgien und Moldawien verhängt. Die Begründung: Er enthielte gefährliche Pestizide. Seit Anfang Mai gilt nun auch das Verbot für Mineralwasser.