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Wien: EU-Lateinamerika-Gipfel im Schatten der Energiepolitik

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Wien: EU-Lateinamerika-Gipfel im Schatten der Energiepolitik

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Mit einem Aufruf zur Kompromissbereitschaft hat in Wien der EU-Lateinamerika-Gipfel begonnen. An dem Treffen nehmen Staats- und Regierungschefs aus 62 Ländern Europas, Lateinamerikas sowie der Karibik teil. Ziel des Gipfels ist die Vereinbarung einer engeren wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso beschwor zu Beginn den Geist des Ausgleichs und meinte, die EU habe ihre Ziele in einer strategischen Partnerschaft klar gemacht. “Wir haben die wichtigsten Herausforderungen identifiziert”, sagte Barroso. Aber um das Potential voll auszuschöpfen, müsse die EU auch die strategische Vision der Gegenseite kennen.

Überschattet wird der Gipfel von Irritationen in der EU angesichts der Verstaatlichung der Öl- und Gasförderungen in Bolivien. Europäische Energiekonzerne befürchten den Verlust hoher Investitionen, zumal Boliviens Präsident Evo Morales Entschädigungszahlungen bereits ausgeschlossen hat. Die Gipfelteilnehmer wollen in einer Resolution festhalten, dass die EU zwar das souveräne Recht jedes Staates auf seine eigene Energiepolitik anerkennt, aber die Regierungen dazu aufruft, diese so zu gestalten, dass sie mit den europäischen Vorstellungen vereinbar ist. Für Gastgeber Österreich hat der Gipfel noch eine andere Besonderheit: Er ist das größte diplomatische Ereignis in Wien seit dem Wiener Kongress im Jahr 1815.