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Wien: Gegengipfel endet mit großer Abschlusskundgebung

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Wien: Gegengipfel endet mit großer Abschlusskundgebung

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Mit einer farbenprächtigen Demonstration und einer Kundgebung in der Stadthalle ist am Samstag in Wien auch die Alternativveranstaltung zum EU-Lateinamerika-Gipfel zu Ende gegangen. Hunderte Menschen beteiligten sich an dem Protestmarsch, zu dem unter anderem soziale und kirchliche Organisationen und alternative Gruppierungen aufgerufen hatten. Der so genannte Gegengipfel konnte auch mit prominenten Teilnehmern aufwarten: Bei einer Veranstaltung am Freitag abend erschien kein Geringerer als Venezuelas Präsident Hugo Chavez, der dafür ein Galadiner in Schönbrunn absagte und sich sangesfreudig präsentierte.

Die Teilnehmer des eigentlichen Gipfels zogen unterdessen eine positive Bilanz. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach gar vom besten Gipfel, den er je erlebt habe. Der peruanische Präsident Alejandro Toledo allerdings zeigte sich hinsichtlich der Zukunft Lateinamerikas entschieden skeptischer. “Wenn wir nicht in der Lage sind, die Armut wirkungsvoll zu bekämpfen, schaffen wir nur dem einen Nährboden für einen einfachen Populismus, der uns nichts bringt”, sagte Toledo in einem Interview. “Dieser Populismus ist wie ein Fest, das eine Nacht dauert und am nächsten Tag mit einer Beerdigung endet, aber dieser Preis wird von den Ärmsten bezahlt.” Damit spielte Toledo vor allem auf die Verstaatlichungspolitik von Hugo Chavez und seinem bolivianischen Kollegen Evo Morales an. Beide hatten ihre Pläne bei Gipfel entschlossen vertreten. Die große Mehrzahl der anwesenden Staats- und Regierungchefs setzt jedoch weiterhin auf marktwirtschaftliche Strategien im Kampf gegen die Armut.