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Erstes ETA-Interview: Separatisten fordern Selbstbestimmung

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Erstes ETA-Interview: Separatisten fordern Selbstbestimmung

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Reißenden Absatz fand die baskische Regionalzeitung “Gara” an spanischen Kiosken. Das Blatt präsentierte ein Interview mit zwei Vertretern der baskischen Untergrundorganisation ETA. Es ist das erste Zeitungsinterview der ETA überhaupt. Die Botschaft der vermummten Separatisten: Ohne Selbstbestimmung für das Baskenland könne es keine Friedenslösung mit der spanischen Regierung geben.

Die spanische Vize-Präsidentin Maria-Teresa Fernandez de la Vega lehnte politische Bedingungen für den Friedenprozess ab. Für den Frieden gebe es keine Abkürzungen oder Umwege, sagte sie, und es sei dafür auch kein politischer Preis zu zahlen. Das sei ein politischer Prozess, der Weg dafür sei vorgegeben – vom Rechtsstaat, von den Spielregeln der Demokratie. Am 22. März dieses Jahres hatte die ETA einen dauerhaften Waffenstillstand angekündigt und bisher eingehalten. Vroausgegangen waren vier Jahrzehnte bewaffneten Kampfes für die Unabhängigkeit des Baskenlandes, zu dem die ETA auch Gebiete in Südfrankreich zählt. 800 Menschen starben bei Attentaten. An eine Friedenslösung hat die Untergrundorganisation mehrere Bedingungen geknüpft, so auch jene einer Amnestie für 680 inhaftierte ETA-Mitglieder, die sich als politische Gefangene bezeichnen. Als erstes sollten diese in Strafanstalten im Baskenland verlegt werden, so die Forderung.