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Weiter schwere Ausschreitungen in Sao Paolo - Militär in Bereitschaft

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Weiter schwere Ausschreitungen in Sao Paolo - Militär in Bereitschaft

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Auch am Montag hat die wohl schlimmste Gewaltwelle in der Geschichte Brasiliens die Wirtschaftsmetropole Sao Paolo lahm gelegt. Seit Samstag kamen bei Anschlägen auf Polizeiwachen oder Haftanstalten sowie Gefängnisrevolten mehr als 80 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Polizisten. Laut den Behörden sind die Aktionen die Antwort der Mafia auf die Zwangsverlegung Hunderter Häftlinge, bei der auch ranghohe Mafiabosse isoliert wurden. Brasiliens Präsident Lula da Silva schickte seinen Justizminister Marcio Thomaz Bastos nach Sao Paolo. Dieser sagte, rund 4000 Soldaten stünden in Bereitschaft. Die Regierung sei solidarisch mit den Menschen und werde alle nationalen Kräfte bündeln, um die Krise zu überwinden.

Seit Samstag wurden in Sao Paolo rund 180 Anschläge verübt. Die Täter steckten etwa 90 Busse in Brand und griffen Bankfilialen und U-Bahn-Stationen an. Der zweitgrößte Flughafen Sao Paolos musste wegen einer Bombendrohung evakuiert werden. In der Bevölkerung herrscht Furcht. “Ich habe Angst”, meint ein Taxifahrer, “denn es ist gefährlich, auf der Straße zu arbeiten.” “Große Angst”, bestätigt ein Kollege, “ich fahre so bald wie möglich heim.” Wegen der Anschläge auf den öffentlichen Verkehr setzten fast alle Busunternehmen in Sao Paolo den Betrieb aus – die meisten Menschen mussten zu Fuß gehen. Unzählige Schulen, Läden und Firmen waren geschlossen. Fast die Hälfte der Schüler und Studenten blieb nach Behördenangaben zu Hause.