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Die wichtigsten Köpfe in der neuen italienischen Regierung

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Die wichtigsten Köpfe in der neuen italienischen Regierung

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Massimo d’Alema
Der Parteichef der Linksdemokraten wird Außenminister.
D`Alema war vorher schon für den Posten des Parlamentspräsidenten, dann gar für den des Staatspräsidenten im Gespräch gewesen – hatte aber beide Male um der Einigkeit des Bündnisses willen verzichtet.
Mit seinen 57 Jahren hat er ja auch noch Zeit,
nach dem Scheitern der ersten Prodi-Regierung war D’Alema schon einmal für 5 Monate Ministerpräsident.
Seine sozialdemokratisch orientierten Linksdemokraten sind neben den Links-Katholiken von Kulturminister Francesco Rutelli die stärkste Kraft am Kabinettstisch.
Deshalb werden auch beide Politiker zu Stellvertretern Prodis.

Giuliano Amato
Innenminister wird ein enger Vertrauer von Regierungschef Prodi. auch Amato hat schon einmal eine Regierung geführt.
Seine politische Karriere begann in der in den frühen 90er Jahren im Korruptionssumpf untergegangenen Sozialistischen Partei.
Politisch stand er deren Führer Bettino Craxi sehr nahe – von Craxis Affären aber hat er sich stets distanziert.
Zuletzt war Amato als Vize-Präsident des Verfassungsrates an der Ausarbeitung der EU-Verfassung maßgeblich beteiligt.

Tommaso Padao-Schioppa
Der neue Wirtschafts- und Finanzminister gehörte bis zum vergangenen Jahr der Führung der Europäischen Zentralbank an.
Ein ausgewiesener Fachmann.
Gerade auch weil er weiss, wie in Brüssel gedacht und Politik gemacht wird, traut man ihm zu, Italiens Finanzprobleme im Einklang mit EU-Regeln zu lösen.
2005 galt er als Kandidat für den Spitzenposten bei der italienischen Zentralbank, was der damalige Regierungschef Berlusconi aber wegen der Nähe des Kandidaten zu Prodi zu verhindern wusste.

Emma Bonino
Bekannt wurde sie als EU-Kommissarin.
Nun wird sie in der italienischen Regierung für Europaangelegenheiten zuständig sein.
Es ist allerdings eine Art “Ministerium 2. Grades” ohne eigenes Budget.
Es heisst, Emma Bonino wäre lieber Verteidigungsministerin geworden .
Sie sei sehr ungehalten, weil ihr dort der Links-Katholik Arturo Parisi vorgezogen wurde.