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Trauer um zweijährige Luna in Belgien

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Trauer um zweijährige Luna in Belgien

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Im belgischen Antwerpen ist die zweijährige Luna zu Grabe getragen worden. Das kleine Mädchen war letzte Woche zusammen mit ihrem afrikanischen Kindermädchen auf offener Straße erschossen worden. An der Gedenkfeier in der Antwerpener Pauluskirche nahmen etwa tausend Menschen teil. Sie trugen weiße Blumen an der Kleidung, wie es sich die Familie von Luna gewünscht hatte. Die Afrikanerin wird ebenfalls heute in ihrem Heimatland Mali beigesetzt; sie hinterlässt dort eine eigene Tochter, sechs Jahre alt..

Der Mord hatte in ganz Belgien Entsetzen ausgelöst. Der Täter war ein 18-jähriger Rechtsextremer. Er schoss auch auf eine Türkin und verletzte sie schwer. In den Verhören sagte er, er habe gezielt Ausländer töten wollen; die kleine Luna habe einfach Pech gehabt. Gewehr und Munition hatte er gerade erst gekauft. Seitdem tobt auch ein Streit um Belgiens Waffengesetz; kaum irgendwo in Europa kann man so leicht Waffen kaufen wie hier. Allein offiziell registriert sind hier fast neunhunderttausend Waffen. Das Parlament will nun möglichst schnell das Waffengesetz verschärfen. Antwerpen ist Belgiens zweitgrößte Stadt. Hier leben viele Einwanderer, und es ist auch die Hochburg der fremdenfeindlichen Partei Vlaams Belang, der der Mörder und seine Familie nahestehen. Eine Verantwortung für den Doppelmord lehnt die Partei ab.