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Kontroverse über Rassismus-Warnung in Deutschland

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Kontroverse über Rassismus-Warnung in Deutschland

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“Alle zusammen für ein friedliches Miteinander” – wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeister sorgt eine Warnung vor rassistischen Übergriffen in Deutschland für eine scharfe Kontroverse. Der frühere Sprecher der Bundesregierung Uwe-Karsten Heye riet afrikanischen WM-Besuchern, bestimmte Gegenden in Berlin und Brandenburg zu meiden. Menschen mit einer anderen Hautfarbe liefen sonst Gefahr, sie möglicherweise nicht mehr lebend zu verlassen. Heye relativierte seine Aussage inzwischen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck kritisierte Heyes Äußerungen: Derartige Pauschalisierungen führten zu nichts und beschrieben die Situation auch nicht richtig. Im Gegenteil, sie lähmten eher, als zum Kampf gegen rechte Gewalt zu ermutigen. Politiker verschiedener Lager bezeichneten Heyes Haltung ebenfalls als übertrieben. Sebastian Edathy, Vorsitzender des Bundestagsinnenausschusses, hingegen stimmte Heye zu: Er selbst würde bestimmte Gegenden zu bestimmten Zeiten meiden. Mit einer dunklen Hautfarbe müsse man vorsichtig sein. Das sei schlimm, aber man müsse sich dem Problem widmen. Erst im vergangenen Monat war in Brandenburg ein Deutscher äthiopischer Abstammung brutal zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt worden. Seit der Wiedervereinigung 1990 wurden 100 Ausländer bei rechtsradikalen Übergriffen vornehmlich in Ost-Deutschland getötet.