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Massenproteste zum Gedenken an ermordeten türkischen Richter

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Massenproteste zum Gedenken an ermordeten türkischen Richter

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Mehr als zwanzigtausend Menschen haben in der türkischen Hauptstadt Ankara einem ermordeten Richter das letzte Geleit gegeben. Der Richter war gestern von einem Islamisten erschossen worden. Er gehörte dem höchsten Verwaltungsgericht an, das gerade das Kopftuchverbot für Staatsbedienstete verschärft hatte. Die Trennung von Staat und Kirche ist der Grundstein der modernen Türkei und damit auch vielen Menschen sehr wichtig.

Er verurteile den Anschlag, sagt dieser Mann, er hoffe, dahinter stehe nichts Politisches. Ein anderer schließt sich an: Ihnen, den Kindern von Atatürk, tue das so leid. Er glaube, der Täter sei durch die Regierung ermutigt worden. Kemal Atatürk: das ist der Staatsgründer. Zu seinem Mausoleum zogen heute ebenfalls mehr als zwanzigtausend Menschen, an der Spitze Richter in ihren Roben. Kollegen des ermordeten Richters legten dort einen Kranz nieder. Auf Atatürk geht die strikte Trennung von Staat und Kirche zurück; vor allem Justiz und Militär gelten dafür als Garant. Islamisten wollen diese Trennung aber aufheben. In der derzeitigen Regierung haben sie Unterstützer; sie ist religiös orientiert und hatte das Kopftuchurteil kritisiert. Allerdings hat sie auch den Anschlag verurteilt.