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Mittal legt offizielles Übernahmeangebot für Arcelor vor - Ausgang des Kampfes ungewiss

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Mittal legt offizielles Übernahmeangebot für Arcelor vor - Ausgang des Kampfes ungewiss

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Im Übernahmekampf um den Luxemburger Stahlkonzern Arcelor hat die Entscheidungsschlacht begonnen. Weltmarktführer Mittal Steel legte an diesem Donnerstag sein offizielles Angebot über knapp 20 Milliarden Euro vor. Die Offerte war zuvor von den Börsenaufsichten in Luxemburg, Frankreich und Belgien nach dreimonatiger Prüfung genehmigt worden.

Konzernchef Lakshmi Mittal sprach erneut von einem sehr attraktiven Angebot. Mittal bietet rund viereinhalb Milliarden Euro in bar.
Drei Viertel des Kaufpreises will er in Aktien seines Konzerns bezahlen. Die Arcelor-Aktionäre haben bis zum 29. Juni Zeit, über die Offerte zu entscheiden.

Management und Aufsichtsrat hatten sich bis zuletzt gegen den Verkauf gesträubt. Der Ausgang des Übernahmekampfes ist indes völlig ungewiss. Möglicherweise ergeben sich am Ende Komplikationen, wie Finanzanalyst Pierre Nothomb erklärt. Die Sache sei entschieden, wenn Mittal mehr als 50 Prozent der Aktien bekomme.

Wenn nicht, könne er trotzdem größter Einzelaktionär werden und zumindest großen Einfluss ausüben. Inzwischen lehnte die Vereinigung der Arcelor-Mitarbeiter das Mittal-Angebot ab. Die Gruppe verfügt zwar nur über einen Anteil von zwei Prozent an Arcelor, gehört damit aber zu den größten Einzelaktionären – neben dem Luxemburger Staat, der Industriellenfamilien Aristrain und der Region Wallonien.

Die allermeisten Anteile, mehr als 86 Prozent, sind in Streubesitz. Bei einer möglichen Fusion von Arcelor und Mittal kämen die beiden Unternehmen auf eine Produktionsmenge von rund 110 Millionen Tonnen. Das sind etwa zehn Prozent des 2005 weltweit produzierten Stahls.