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Montenegriner stimmen über Unabhängigkeit ab

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Montenegriner stimmen über Unabhängigkeit ab

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Es dürfte ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden. Fast eine halbe Million Montenegriner stimmen an diesem Sonntag über die Unabhängigkeit ihres Landes ab. Meinungsumfragen zufolge liegen die Befürworter bei 56 Prozent der Stimmen; nach einer Vereinbarung mit der EU müssen mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten an dem Referendum teilnehmen, wenigstens 55 Prozent davon müssen sich für die Unabhängigkeit von Serbien aussprechen – nur dann ist das Ergebnis gültig. Zu den Befürwortern gehört Ministerpräsident Milo Djukanovic. Er gibt sich überzeugt davon, dass Montenegro sich aus dem Bund mit Serbien lösen wird. Nach Djukanovics Auffassung kann das Land nur auf diese Art in die EU und die Nato geführt werden. In der Hauptstadt Podgrorica demonstrierten am Donnerstagabend rund 50.000 Menschen für die Unabhängigkeit. Für sie ist sie ein letzter Schritt. Montenegro verfügt bereits über ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung, der Euro ist als Landeswährung eingeführt. Zuvor hatten die Gegner der Unabhängigkeit demonstriert. Die proserbischen Kräfte beschuldigen Regierungschef Djukanovic, mit einem unabhängigen Staat lediglich – wie es heisst – dessen “kriminelle Geschäfte” absichern zu wollen. Die Republik profitiere vom viel größeren Serbien in der Diplomatie, der Verteidigung sowie beim Gesundheits- und Bildungswesen. Auch die Regierung in Belgrad und die serbisch-orthodoxe Kirche haben sich mehrfach für den Fortbestand der Union ausgesprochen.