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Rekordansturm von Flüchtlingen auf Kanaren-Inseln


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Rekordansturm von Flüchtlingen auf Kanaren-Inseln

Der Ansturm afrikanischer Flüchtlinge auf die Kanarischen Inseln hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Wie die spanischen Behörden mitteilten, kamen gestern neun Boote mit mehr als sechshundert Menschen an. Nie zuvor gab es auf den Kanaren so viele Flüchtlinge an einem Tag. Heute wurde vor Teneriffa ein weiteres Boot abgefangen.

Damit sind in diesem Jahr schon über siebentausend Bootsflüchtlinge angekommen: weitaus mehr als im ganzen letzten Jahr. Spaniens Vize-Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega zeigt Verständnis: Erste und Dritte Welt grenzten hier aneinander; nur einige Kilometer entfernt liege der am meisten verarmte und vergessene Kontinent, und auch der am meisten vernachlässigte. Die Flüchtlinge kommen aus Westafrika, aus Ländern wie Mali oder Senegal. Früher kamen sie auf dem Landweg über die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, aber dieser Weg ist dicht: es bleibt nur noch die Fahrt übers Meer. Jeder fünfte Flüchtling bezahlt laut Rotem Kreuz diese Fahrt mit dem Leben. In diesen Ländern startet Spanien jetzt eine diplomatische Offensive: Ein so genannter Afrika-Plan verspricht mehr Hilfe. In der Region wird eine diplomatische Sondermission stationiert; außerdem werden neue Botschaften eröffnet. Spanien strebt auch Abkommen zur Rückführung der Flüchtlinge an; erste Abschiebungen gab es aber schon.
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