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Druck auf de Villepin wird größer

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Druck auf de Villepin wird größer

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Frankreichs Justiz will zwei Schlüsselfiguren im so genannten Clearstream-Skandal jetzt zur Aussage zwingen: den Geheimdienstgeneral Philippe Rondot und Jean-Louis Gergorin, Spitzenmanager beim Luftfahrtkonzern EADS. Beide stehen im Zentrum der Verleumdungsaffäre um eine Liste mit Schwarzgeldkonten beim Luxemburger Finanzhaus Clearstream. Auch Innenminister Nicolas Sarkozy stand auf der Liste, die sich aber schnell als Fälschung herausstellte.

Trotzdem ließ der heutige Premierminister Dominique de Villepin offenbar noch gegen Sarkozy ermitteln, und zwar durch Rondot. Die Liste stammte, das steht jetzt auch fest, von Gergorin. Alle drei sind von früher her gute Freunde. EADS will Gergorin jetzt entlassen. Zumindest gab er gerade noch etliche Interviews, während Rondot gar nichts mehr sagt. Eine Vorladung als Zeuge hat er ignoriert; nun will die Justiz beide zum Erscheinen zwingen. Der Regierungschef könnte dann noch mehr unter Druck geraten; viele haben den Eindruck, er wollte mit der ominösen Liste Sarkozy politisch beseitigen. Beide gehören zwar der selben Partei an, wollen aber auch beide nächstes Jahr Staatspräsident werden. Villepin genoss heute seinen Besuch auf der Insel Reunion; vielleicht die letzte Freude auf absehbare Zeit.