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Vereinte Nationen: Kritik an Guantanamo

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Vereinte Nationen: Kritik an Guantanamo

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Der Folterausschuss der Vereinten Nationen hat die Regierung in Washington aufgefordert, das Gefangenenlager Guantanamo zu schließen. Auf dem US-Stützpunkt auf Kuba werden etwa 460 Terrorverdächtige aus mehreren Ländern festgehalten. Das Lager war 2001, kurz nach Beginn des Afghanistan-Krieges geschaffen worden.

Die Gefangenen seien seit Jahren von ihren Familien getrennt, so der Vorsitzende des UN-Ausschusses, Andreas Mavromatis. Auch sei es mehr als fraglich, wann gegen sie Anklage erhoben werde. Ob nach soviel Jahren ein fairer Prozess noch möglich sei. Das Außenministerium in Washington ließ verlauten, Präsident George W. Bush wolle das Lager ebenfalls schließen. Der UN-Ausschuss habe detaillierte Argumente der US-Regierung im Zusammenhang mit der Anti-Folter-Konvention ignoriert, sagte Sean McCormack, der Sprecher des Außenministeriums. Gegen eine sofortige Schließung des Lagers spreche, dass dort sehr gefährliche Leute festgehalten würden. Nach US-Angaben hat es in Guantanamo in den vergangenen Jahren 39 Selbstmordversuche gegeben. Erst am Donnerstag war dort die schwerste Gefangenenrevolte seit Einrichtung des Lagers niedergeschlagen worden.