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Europas Flüchtlings-Problem

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Europas Flüchtlings-Problem

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1600 Flüchtlinge sind aus Afrika an europäischen Küsten angekommen. Nicht etwa in den letzten Monaten. Nein, allein in den vergangenen Tagen!

Eine solche Flüchtlings-Flut übersteigt die Kapazitäten einzelner Länder. Einige Auffanglager, wie beispielsweise auf Sizilien, sind heillos überfüllt. Es gibt nur ein paar hundert Schlafmöglichkeiten für Tausende.
Guilhem Molinie von der Organisation “Ärzte ohne Grenzen” sieht, wie überfordert die örtlichen Behörden sind:
“Das Problem kann nicht einfach nur diesem kleinen sizilianischen Dorf überlassen werden! Das ist ein europäisches Problem. Wir brauchen eine europäische Politik, damit diese Menschen korrekt aufgenommen werden können!” Afrikanische Flüchtlinge sehen haupstächlich die kanarischen Inseln und Lampedusa als ihr Tor zu Europa, nachdem sie teils eine Odysee durch den halben Kontinent und über das Meer hinter sich gebracht haben.
Das Immigrationsproblem bleibt ein nationales.
So reiste Innenminister Nicolas Sarkozy vergangene Woche in rein französischer Sache nach Mali.
Nach Frankreich sollen künftig nur noch gut ausgebildete Menschen immigrieren dürfen.
Spanien wiederum verfolgt mit der Legalisierung tausender illegaler Flüchtlinge un dem sogenannten “Afrika-Plan” eine andere Enwanderungspolitik. Gerade erst war Außenminister Bernadino Leon in Mali und Mauretanien.
Brüssel sucht nach Auswegen und gemeinsamen Projekten. Und wird dazu auch von der spanischen Vize-Ministerpräsidentin aufgefordert: “Es handelt sich nicht nur um ein spanisches Problem es ist ein europäisches und deswegen müssen wir es alle gemeinsam angehen. Wir müssen die verschiedenen Punkte der Migrations-Frage betrachten: die Sicherheit, die Entwicklung und Zusammenarbeit und wir müssen die Flüchtlingsströme regulieren.”
Wie dringend das nötig ist, zeigt das Beispiel vom Oktober vergangenen Jahres. Hunderte afrikanische Flüchtlinge wurden aus den spanischen Exklaven Melilla und Ceuta ausgewiesen und mitten in der Sahara ausgesetzt.