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Osttimor fordert internationale Hilfe an

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Osttimor fordert internationale Hilfe an

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Vier Jahre nach seiner Unabhängigkeit ist Osttimor in eine tiefe Krise gestürzt. An diesem Mittwoch forderte das Land im Südosten Asiens internationale Truppen auf, ihm zu helfen.
Neuseeland schickte daraufhin sofort die ersten 60 Polizisten und Soldaten. Auch Australien, Malaysia und Portugal wollen reagieren. Die Regierung schafft es nicht, die Unruhen, die seit knapp einem Monat andauern, unter Kontrolle zu bringen, so Außenminister Ramos Horta:
“Bei der Unterstützung, die wir anfordern, handlet es sich um eine robuste Polizeieinheit, die unserer Polizeikraft dabei hilft, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Und dazu die Präsenz einer kleinen aber glaubwürdigen Verteidigungseinheit.” Die ehemalige portugiesische Kolonie Osttimor ist seit 2002 unabhängig, nachdem die Bevölkerung in einem Referendum für die Loslösung von Indonesien gestimmt hatte. Die neuen Unruhen begannen am 28. April in der Haupstadt Dili. Etwa 600 Soldaten hatten gegen ihre Entlassung demonstriert. Zuvor waren sie aus Protest gegen Diskriminierung und schlechte Arbeitsbedingungen in Streik getreten. Es kam zu schweren Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften. Seitdem finden immer wieder Straßenkämpfe statt. Mehrere Menschen kamen bereits ums Leben.
Tausende Einwohner flohen aus Dili.
Eine Einigung ist bisher nicht in Sicht:
“Die Lösung wäre vielleicht, wenn sie sich mal zusammen setzen würden, um zu reden. Aber das wollen sie nicht”, meint ein Soldat.
Präsident Xanana Gusmao sagte seine geplante China-Reise ab. Nun muss er sich erst einmal um die innenpolitische Probleme seines armen Landes kümmern, das immer wieder mit gewaltsamen Unruhen zu kämpfen hat.
Die letzten UN-Blauhelme waren gerade erst vor einem Jahr abgezogen.