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Erste ausländische Soldaten in Osttimor

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Erste ausländische Soldaten in Osttimor

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Im von Unruhen erschütterten Osttimor sind die ersten australischen Soldaten gelandet. Sie sicherten zunächst den Flughafen der Hauptstadt Dili. Australien war um Hilfe gebeten worden, genauso wie Neuseeland, Malaysia und die frühere Kolonialmacht Portugal.

Nach Portugals Abzug 1975 war Osttimor von Indonesien besetzt worden. 1999 entschied sich die Bevölkerung aber für die Unabhängigkeit. 2002 war es dann soweit – mit Unterstützung der UNO, nach einer Welle der Gewalt. Die Truppen wurden auch damals schon von Australien angeführt. Bei den neuen Unruhen wurden in den letzten Wochen mindestens sechs Menschen getötet. In Dili kam es auch heute wieder zu Schießereien zwischen Regierungstruppen und aufständischen Soldaten. Auslöser der Gewalt war die Entlassung von sechshundert streikenden Soldaten – mehr als ein Drittel der ganzen Armee. Nach ihrer Meinung waren sie bei Beförderungen übergangen worden, wegen ihrer Herkunft aus dem Westen des Landes. Ihr Anführer ist Alfredo Reinaldo: Er gibt der Regierung die Schuld an den Ereignissen. Ob irgendjemand dort den Frieden garantieren könne, fragt er; dazu müsse man Verbrecher auch verurteilen. Jeder müsse das Gesetz achten. Viele Australier leben auch in Osttimor: Angesichts der unsicheren Lage verlassen inzwischen aber einige lieber das Land. Die ersten von ihnen wurden inzwischen ausgeflogen. Stattdessen kommen jetzt die Soldaten: Insgesamt will Australien bis zu 1300 nach Osttimor schicken.