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Überraschender Plan für Volksabstimmung unter Palästinensern


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Überraschender Plan für Volksabstimmung unter Palästinensern

Die palästinensische Hamas-Bewegung kommt wegen ihrer radikalen Haltung gegenüber Israel jetzt auch daheim unter Druck. Anlass war ein Krisentreffen der verschiedenen Palästinenser-Gruppierungen, der so genannte nationale Dialog, in Ramallah im Westjordanland. Der Chef der Hamas-geführten Regierung, Ismail Hanija, wurde aus der Stadt Gaza zugeschaltet.

Sein politischer Gegner, Präsident Machmud Abbas, stellte bei dem Treffen ein Ultimatum: Die Gruppierungen sollten sich auf einen Vorschlag für Verhandlungen mit Israel einigen, und zwar innerhalb von zehn Tagen. Sonst will Abbas eine Volksabstimmung über einen eigenen Plan: Dieser Plan sieht dann unter bestimmten Bedingungen auch Verhandlungen mit Israel vor. Dagegen erkennt Hamas nicht einmal die Existenz Israels an und will auch nicht auf Gewalt verzichten. Für viele Palästinenser ist es schon ein Erfolg, dass überhaupt geredet wird, angesichts der Gewalt der letzten Wochen. Kein Moslem sollte Schaden nehmen, meint dieser Mann in Hebron; weder einer von der Fatah, noch von der Hamas oder vom Dschihad. Sie alle seien Kinder Palästinas. Das sehen nicht alle so: Mitglieder der Fatah-Bewegung trugen heute einen hohen Polizeioffizier zu Grabe, der gestern getötet wurde. Durch Schüsse starb gestern auch ein Hamas-Anhänger. Für die Palästinenser drängt die Zeit: Können sie sich nicht einigen, will Israel seine künftigen Grenzen allein festlegen, ohne Verhandlungen. Die Palästinenser würden dabei Land verlieren.
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