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Hamas-Polizei im Gazastreifen zieht sich vorerst zurück

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Hamas-Polizei im Gazastreifen zieht sich vorerst zurück

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Nur noch eine Polizei patrouilliert heute im palästinensischen Gazastreifen: Die regierende Hamas-Bewegung hat ihre eigene Sicherheitstruppe von den Straßen zurückgezogen. Aufgelöst wird sie allerdings nicht. Hamas will damit weitere Zusammenstöße mit der rivalisierenden Fatah-Bewegung verhindern.

In einem anderen Punkt bleibt Hamas aber unversöhnlich: Ministerpräsident Ismail Hanija sagte, gegenüber Israel werde es keine Zugeständnisse geben. Damit bezog er sich auf den Friedensplan seines politischen Gegners, Präsident Machmud Abbas. Dieser Plan sieht im wesentlichen einen Palästinenserstaat in Gaza und Westjordanland vor. Abbas will darüber eine Volksabstimmung, wenn sich die verschiedenen Palästinensergruppen nicht innerhalb von zehn Tagen einigen. Viele Palästinenser verbinden damit aber offenbar keine großen Hoffnungen. “Die letzten Wahlen waren doch erst,” sagt dieser Mann in der Stadt Gaza; “das war doch wie ein Referendum. Das wird nur Zeitverschwendung. Das Referendum war vor drei Monaten, für das Parlament. Wir kommen wieder zum gleichen Ergebnis.” Ein Einwohner von Ramallah sagt: “Hoffentlich vergessen sie mal ihre eigenen Interessen und denken an das palästinensische Volk. Wir brauchen Lösungen, die allen helfen und nicht nur den Parteien.” Ein schöner Wunsch: Eine Annäherung besonders zwischen Fatah und Hamas ist nicht in Sicht. Hamas erkennt Israel nicht an und will auch nicht auf Gewalt verzichten. Einen Palästinenserstaat will auch Hamas: aber einen mit dem Gebiet Israels, nach dessen Zerschlagung.