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Edouard Michelin ist tot

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Frankreich trauert um Edouard Michelin. Der Co-Vorstandschef des französischen Reifenherstellers kam bei einem Schiffsunglück vor der Nordwestküste Frankreichs ums Leben. Das teilte das Unternehmen mit. Michelins Leiche sei im Wasser nahe der Isle de Sein gefunden worden. Ein Begleiter werde noch gesucht. Die Hintergründe des Unglücks blieben zunächst unklar. Die See sei ruhig gewesen, es habe jedoch dichten Nebel gegeben. Der im Jahr 1963 geborene Manager hatte in den vergangenen 21 Jahren eine Reihe von Ämtern bei Michelin inne. Im Jahr 1999 wurde er zum Vorstandschef berufen. Die Konzernführung soll nach Angaben des Unternehmens jetzt Michel Rollier übernehmen. Laurence Parisot, Chefin des Arbeitgeberverbandes MEDEF, sagte, sie sei erschüttert. Zuallererst müsse man nun an den Schmerz der Eltern, Edouard Michelins Frau und dessen sechs Kinder denken. Frankreich verliere einen großen Unternehmer, jemanden, der viel für sein Unternehmen getan habe – wie auch für die französische Wirtschaft. Am Unternehmenssitz in Clermont-Ferrand gaben auch Arbeiter und Angestellte sich über den Tod Michelins erschüttert. Er sagt, er könne es immer noch nicht glauben, dass Michelin tot sei. Dieser Arbeiter sagt, die Nachricht sei ein Schock gewesen, Michelin sei ein echter Chef gewesen. Angesichts des wachsenden Konkurrenzdrucks auf den internationalen Märkten hatte Edouard Michelin nach seinem Amtsantritt 1999 7.500 Stellen gestrichen und war deshalb scharf kritisiert worden. Er hatte jedoch stets zu seinem Kurs gestanden.