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Schwulen-Demonstration in Moskau aufgelöst

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Schwulen-Demonstration in Moskau aufgelöst

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Mit Gewalt hat die Polizei in Moskau eine Demonstration von Schwulen und Lesben aufgelöst. Die Kundgebung war von der Stadt zuvor verboten worden. Mehrere Dutzend Homosexuelle kamen trotzdem zusammen.

Etwa hundert Menschen wurden festgenommen, darunter der Organisator der Kundgebung, Nikolai Alexejew. Er wollte Blumen an der Kremlmauer niederlegen, am Grab des Unbekannten Soldaten – für viele Russen ein heiliger Ort. Dort hatten sich weitaus mehr Gegner des Marsches eingefunden, vor allem Nationalisten und strenggläubige Christen. Sie trugen Ikonen und riefen, Moskau sei nicht Sodom. Führer aller Religionen in Russland hatten den Marsch verurteilt. Später warfen Skinheads Leuchtfeuer und versuchten, die Kundgebung anzugreifen. Sondereinheiten der Polizei trennten beide Seiten voneinander. Offenbar wurde auch der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck festgenommen; Augenzeugen berichteten außerdem, er sei im Gesicht verletzt worden. Schwule und Lesben sind in Russland immer wieder Ziel von Anfeindungen. Bis 1993 stand Homosexualität hier unter Strafe; noch bis 1999 galt sie offiziell als krankhaft.