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Präsidentenwahl in Kolumbien

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Präsidentenwahl in Kolumbien

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In Kolumbien wird an diesem Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Gut 25 Millionen Wahlberechtigte sind an die Urnen gerufen. Nach einer Verfassungsänderung stellt sich erstmals seit dem 19. Jahrhundert ein amtierender Präsident zur Wiederwahl: Der Konservative Alvaro Uribe gilt auch als Favorit. Umfragen zufolge kann der 53-Jährige Anwalt mit bis zu 60 Prozent der Stimmen rechnen. Uribe stand in den vergangenen vier Jahren für eine Politik der harten Hand gegenüber den Rebellen der marxistischen “Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens” (FARC). Auf Platz zwei dürfte Carlos Gaviria als Kandidat der politischen Linken landen. Der 69-Jährige ehemalige Präsident des kolumbianischen Verfassungsgerichts könnte mit dem Polo Democratico erstmals die Liberalen von ihrem angestammten Platz verdrängen. Für sie geht Horacio Serpa ins Rennen, der in den Umfragen nur noch auf dem dritten Platz liegt. Der 63-Jährige Anwalt war bei den Wahlen 1998 und 2002 jeweils Zweiter geworden. In Kolumbien herrschen seit fast 40 Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände. Zwar hat Präsident Uribe die Rebellen in den vergangenen vier Jahren in die Defensive gedrängt. Besiegen konnte er sie aber nicht. Kurz vor der Wahl wurden bei Gefechten zwischen dem Militär und der FARC mindestens 13 Menschen getötet. Die Rebellen hatten zahlreiche Anschläge verübt, um einen Wahlsieg Uribes zu verhindern. Beobachter gehen aber davon aus, dass sie ihm eher Stimmen bringen.