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Unruhen in Osttimor flauen ab

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Unruhen in Osttimor flauen ab

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Nach den gestrigen Ausschreitungen ist die Lage in Osttimor am Morgen relativ ruhig geblieben. Augenzeugen berichteten lediglich von vereinzelten Brandstiftungen und Plünderungen. Die im Land stationierten australischen Soldaten konnten die Oberhand über die marodierenden Jugendbanden gewinnen. Der Präsident des Landes, Xanana Gusmao, traf heute mit einem Vertreter der UNO zusammen. Dieser soll beratend in den Konflikt eingreifen. Gusmao übernahm gestern die Befehlsgewalt über die Streitkräfte des jungen Landes und löste damit einen Machtkampf mit dem umstrittenen Regierungschef Alkatiri aus. Alkatiris politische Zukunft bleibt ungewiss, er hatte mit der Entlassung von 600 Soldaten die Unruhen ausgelöst. Nach Australien hat auch Neuseeland Truppen ins Land geschickt, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Situation in den Flüchtlingslagern wird zunehmend dramatisch. Nach der Auskunft von Bewohnern wird das Trinkwasser knapp, da viele Lager überfüllt seien. Die tagelangen Unruhen trieben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen rund 70 tausend Menschen aus Dili in die Flucht, das ist die Hälfte der Einwohner der Hauptstadt des Landes.