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Brüssels Vorstoß zur künftigen EU-Meerespolitik schlägt bei Umweltschützern Wellen

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Brüssels Vorstoß zur künftigen EU-Meerespolitik schlägt bei Umweltschützern Wellen

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Wie lässt sich das Potenzial des Meeres besser nutzen? Die Suche der Europäischen Kommission nach einer künftigen ganzheitlichen EU-Meerespolitik, die Beschäftigung, Forschung, Umweltschutz und die Interessen von über zwanzig Mitgliedsstaaten unter einen Hut bringt, schlägt erste Protestwellen.

Der Sprecher von Fischereikommissar Joe Borg verweist auf die großen Chancen, die in diesem Sektor liegen, insbesondere in der maritimen Biotechnologie, dem Bau von Kreuzfahrtschiffen, der Hafenwirtschaft und dem Transport auf dem Seeweg.

Und da dieses Potenzial oft ungenutzt oder unter den Anrainern zersplittert bleibe, startet die Kommission an diesem Mittwoch mit Herausgabe eines Grünbuchs einen öffentlichen Konsultationsprozess.

Umweltschützer wie Carrol Phua vom Worldwide Fund for Nature fürchten jedoch: “Es wird nur schlimmer werden. Denn dieser Prozess wird unter der Lissabon-Strategie eingeläutet, die Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum fördern soll. Wird der Umweltschutz nicht zur Priorität erklärt, dann ist klar, wie die Umwelt später aussieht, vor allem die maritime. Sie haben riesige Sektoren wie die Schifffahrt, die Fischerei, Öl und Gas. Das sind große Industrien, und ohne strenge Vorgaben zum Umweltschutz wird das kein Erfolg werden.”

Die Politiker in Brüssel wollen bei aller Förderung von maritimem Tourismus, Hafenwirtschaft und Meeresforschung auch die Umwelt berücksichtigen. Ein Jahr lang können nun die Bürger ihre Vorschläge zu künftigen Meerespolitik einreichen – Umweltschützer inklusive.