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NATO beschließt Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes

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NATO beschließt Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes

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Die NATO will trotz der prekären Sicherheitslage ihren Einsatz in den Süden Afghanistans ausweiten. Bei einem von Protesten von Friedensaktivisten begleiteten Treffen in Brüssel beschlossen die NATO-Verteidigungsminister, die Anzahl ihrer Soldaten nahezu zu verdoppeln – von bisher 9.000 auf rund 17.000. Im Juli sollen die Truppen in den krisengeschüttelten Süden Afghanistans vordringen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hob in seinem Statement die Effizienz des Bündnisses hervor. “42 Länder nehmen an der Afghanistan-Mission teil”, sagte er, “das ist beeindruckend. Wir haben Gespräche nicht nur mit den beteiligten NATO-Staaten geführt, sondern auch mit Vertretern anderer Länder, die den Einsatz unterstützen. Sie alle haben Personal nach Afghanistan geschickt, Soldaten oder Einsatzkräfte der verschiedensten Art.”

Mit dem Beschluß der Verteiduígungsminister dringt die NATO nun auch in die vom Drogenanbau beherrschten südlichen Regionen vor, die von Aufständischen dominiert werden. Bis spätestens November will das Bündnis zudem den US-Einsatz im Osten des Landes übernehmen. Die Lage in Afghanistan hat sich in der letzte Zeit deutlich verschärft. Allein im Mai starben mehr als 450 Menschen im ganzen Land bei Anschlägen; seit Jahresbeginn gab es mehr als 900 Tote. Die NATO-Minister riefen auch zu einer stärkeren zivilen Unterstützung Afghanistans auf und forderten den weiteren Ausbau der Polizei sowie die Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven für die Bevölkerung.