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Parlament gegen Entlassung von Regierungschef in Ost-Timor

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Parlament gegen Entlassung von Regierungschef in Ost-Timor

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Die Unruhen in Ost-Timor haben sich von der Hauptstadt Dili in die Provinz verlagert. Nachdem es zum ersten Mal Ausschreitungen außerhalb Dilis gab, verstärkten die australischen Schutztruppen ihre Waffen-Kontrollen auch auf den Ausfallstraßen.

Am Donnerstag Morgen war das Gebäude der regierenden Fretilin-Partei in der Stadt Gleno im Ermera-Bezirk niedergebrannt worden. In dieser Region halten sich die rebellierenden Soldaten auf, die im März entlassen worden waren. Jetztstellte sich das Parlament hinter Ministerpräsident, Mari Alkatiri, dessen Rücktritt bei Straßenprotesten immer wieder gefordert worden war. Parlamentspräsident Francisco Guterres sagte, jeder habe zwar das Recht zu demonstrieren, aber eine Entlassung des Ministerpräsidenten müsse verfassungsgemäß ablaufen. Guterres betonte bei einer Pressekonferenz im Parlamentsgebäude, dass auch der Präsident den Regierungschef nicht einfach entmachten könne. Er müsse das Parlament konsultieren und das habe bisher keine solche Entscheidung getroffen. In der Hauptstadt hat sich die Lage inzwischen etwas beruhigt. Die Plünderungen, Brandstiftungen und blutigen Ausschreitungen werden immer weniger, bestätigte ein Sprecher der australischen Armee. Die Australier führen eine 2500-Mann starke internationale Friedenstruppen in Ost-Timor.