Eilmeldung

Eilmeldung

Zwietracht im Irak - Das Vermächtnis des Abu Mussab Al Sarkawi

Sie lesen gerade:

Zwietracht im Irak - Das Vermächtnis des Abu Mussab Al Sarkawi

Schriftgrösse Aa Aa

Abu Mussab Al Sarkawi war der Meistgesuchteste Mann im Irak. Seine Gruppe nennt sich Al Kaida im Zweistromland. Der Jordanier galt als besonders brutal. Er enthauptete selbst eine amerikanische Geisel; aus Berechnung, wie Michael Clarke, Professor für Verteidigungs-Studien am Londoner King’s College meint.

“Sarkawi war außerordentlich ruchlos, aber er war kein Psychopath. Er hatte eine ziemlich klare Strategie. Er wollte einen Religionskrieg zwischen Sunniten und Schiiten anstacheln, um den Irak unregierbar zu machen und die Schiiten zu vertreiben”, sagte Clarke gegenüber dem britischen Fernsehsender Channel 4. Mit Anschlägen wie im August 2004 in Nadschaf setzte Al Sarkawi seine Strategie um; eine Strategie, mit der er bleibenden Erfolg hatte, findet Professor Clarke: “Mit Sarkawis Tod ist einer der Architekten des Religionskriegs verschwunden. Aber die Gegensätze zwischen den Religionsgruppen sind jetzt so tief verwurzelt, daß ich kein Ende sehe”, glaubt Clarke. Amerikanische Analysten befürchten dagegen, daß sich nun Schiiten und Sunniten nicht länger gegenseitig bekämpfen, sondern ihre Energie darauf konzentrieren, Angriffe auf die US-Truppen zu unternehmen.