Eilmeldung

Eilmeldung

Demonstrationen gegen Iran bei WM in Deutschland

Sie lesen gerade:

Demonstrationen gegen Iran bei WM in Deutschland

Schriftgrösse Aa Aa

Einige hundert Menschen haben in Nürnberg gegen die Politik Irans demonstriert. Dessen Fußballauswahl trat hier am Abend zu ihrem ersten WM-Spiel an. Die Teilnehmer der Kundgebung protestierten vor allem gegen Irans Präsident Machmud Achmadinedschad, der den Holocaust leugnet und Israel vernichten will.

Michel Friedman, ein prominenter Vertreter der Juden in Deutschland, warnte, Achmadinedschad sei zur Symbolfigur für Neonazis in Deutschland und in ganz Europa geworden. Diese könnten es kaum erwarten, dass er nach Deutschland komme. Achmadinedschad sei das schlimmste, was es seit Hitler gegeben habe. Zum Spiel in Nürnberg kam nur Irans Vizepräsident; auch das für Friedman aber ein Skandal. Bayerns Innenminister Günther Beckstein sagte, wenn Ahmadinedschad doch noch zur WM komme, schütze ihn nur sein Diplomatenpass vor einer Verhaftung. Die Juden in Deutschland wollen ein antisemitisches Bündnis zwischen Achmadinedschad und deutschen Neonazis verhindern. Die neue Vorsitzende ihres Zentralrats, Charlotte Knobloch, sprach von einer explosiven Allianz. Deutschland dürfe nicht tatenlos zusehen. Knobloch warnte auch vor Neonazi-Kundgebungen beim zweiten Iran-Spiel nächsten Mittwoch in Leipzig. Das Bundesland Sachsen ist eine Hochburg der rechtsextremen NPD. Die Partei holte dort bei der letzten Wahl knapp zehn Prozent und schaffte es damit in den Landtag.